Meroi

Buttrio, Friaul - Colli Orientali

Paolo Meroi besitzt beste Lagen in und um Buttrio in den Colli Orientali del Friuli. Mit seinem Betriebsleiter Mirco zu kosten, gleicht einer gemeinsamen Wanderung durch die Weinlagen an einem warmen Sommertag. Er zeigte uns Weine, die sich extrem mit der Lage identifizieren, die aber auch eine gehörige Portion Freiheit zeigen. Trotzdem ist ein Hauch von Moderne spürbar, die der Hand des jungen Kellermeisters geschuldet ist. Strengstens wird nach Lagen ausgebaut, wobei man bei der Lese die Trauben von jungen Reben getrennt vinifiziert um diese dann im Etikett ohne Lage auf den Markt zu bringen. Begeisterung rufen die Rotweine dieses Winzers hervor. Zu einem Großteil wird Merlot geerntet und dieser kommt von ganz großen Lagen von alten Reben. Wenn sich Paolo entscheidet den Merlot als Einzellage auf die Flasche zu bringen, dann trinkt man einen Rotwein, der in Blindverkostungen gerne ins Bordeaux gestellt wird und der mit einem unglaublichen Reifepotential alles von einem großen Rotwein mit auf den Weg bekommt. Ansonsten wird deklassiert und es gibt dann nur einen richtig guten Nestri Rosso oder Nestri Bianco.

 

Standort des Betriebs: Buttrio, Friaul - Colli Orientali

Historisch gesehen hatten die Colli Orientali del Friuli den Ruf, die Heimat der wichtigsten Weißweine des italienischen Territoriums zu sein, und berühmte Erzeuger - der unvergessliche Mario Schioppetto zum Beispiel, zusammen mit vielen anderen - hatten dieses Gebiet, das reich an Weingeschichte ist, auf das höchste Qualitätsniveau gebracht. Nicht jeder konnte sich die Weine bestimmter Produzenten beschaffen; dies war ein Privileg, das man sich von Jahr zu Jahr verdienen und erobern musste, und oft konnte man nur, wenn man auch Glück hatte, mit Nachschub rechnen. Und dies galt nicht nur für Weißweine, sondern auch für einige Rotweine, die von größerer Wichtigkeit und Qualität waren. Dann, nach einigen Jahrzehnten wachsenden Erfolgs, begann die Abwärtsphase. Die ständig steigenden Preise, die immer gewöhnlichere, wenn nicht sogar schlechte Qualität der Jahrgänge, auch aufgrund der Suche nach der Quantität der Produktion im Vergleich zu ihrer Qualität, haben uns – so wie auch viele andere Akteure des Sektors - veranlasst, diese Gebiete und ihre Erzeuger zu verlassen. Nur einem sind wir immer treu geblieben: Enzo Pontoni von der Azienda Agricola Miani war immer eine Ausnahme, ein echter Champion, der sich nie für diese Lotterie nach oben eingelassen hat. Er hat weiterhin die höchste Qualität aus seinen Reben und seinem Keller suchte. Glücklicherweise hat sich heute viel geändert. Sogar auf den historischen Bauernhöfen der Gegend hat sich eine neue Generation von Erzeugern und Önologen auf den Weg des biologischen und biodynamischen Weinbaus begeben, die die verschiedenen Berufungen der einzelnen Gebiete privilegieren und hervorheben, die Rebe respektieren und den Weinen erlauben, ihre Eigenschaften auf natürliche Weise zu entwickeln. Die Weinbauern haben wieder begonnen, die autochthonen Rebsorten zu bevorzugen, sowohl für die weißen Sorten wie Friulano, Ribolla, Malvasia, als auch für die klassischeren friaulischen roten Sorten wie Merlot und Refosco. Nun könnte man fast mit Stolz behaupten, dass man selbst in diesen historischen Weinbaugebiete zu den Ursprüngen zurückkehrt und dass die Fluchten nach vorn, um Produkte mit „intarnationalem“ Geschmack zu erhalten, nun definitiv und glücklicherweise zum Stillstand gekommen sind.

 

 

 

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