Domaine Sérol

Domaine Sérol

Renaison, Côte Roannaise

Stéphane Sérol übernahm das Familienweingut in der fünften Generation und ging sofort daran, mit großen Veränderungen ein neues Kapitel dieses Betriebes zu schreiben. Die erste und vielleicht auch wichtigste Entscheidung war jene, sich sofort dem Öko-Landbau zuzuwenden. Diese Umstellung war für ihn und seine Frau Carine Teil eines eingeschlagenen Weges, dessen Ziel noch nicht absehbar ist. Die Côte Roannaise zu verstehen ist im Prinzip erst möglich, wenn man dieses Weingut besucht hat. Auch Gamay, die dort alles dominierende Rebe in ihrer Tiefe zu begreifen, ist erst nach einem Tag auf Serol für mich möglich geworden.  Diese Rebe, ganz egal ob als Rosè, in Zement, im Holzfass oder in der Amphore ausgebaut, am richtigen Platz beheimatet und von einer feinfühligen Winzerhand begleitet, zeigt mit Qualitäten auf, die leider oft im Sumpf der Massenproduktion untergehen und jenen Ruf, der ihr zustehen würde, leider schon verloren hat. Es war gar nicht einfach, diesen weiten Weg zu Serol anzutreten. Es erwartete uns eben „nur Gamay“, aber jetzt nach getaner Reise kann man von diesem Kleinod und von zwei besessenen Winzern mehr erzählen als von anderen viel berühmteren Weinlandschaften.

 

Standort des Betriebs: Renaison, Côte Roannaise

Das Gebiet, in dem Cote Roannaise, ein Rot- und Roséwein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (AOC seit 1994), angebaut wird, liegt im Departement Loire, westlich der Stadt Roanne, am Fuße des Zentralmassivs. Die Weinrebe hat hier einen galloromanischen Ursprung und wächst und entwickelt sich bereits im Mittelalter dank der Mönchsorden (die Benediktinermönche von Ambierle) und der lokalen Herren, insbesondere der Grafen von Forez. Bis heute umfasst das Anbaugebiet der AOC Cote Roannaise eine Fläche von rund 210 Hektar, und mindestens vierzehn Gemeinden verfügen über mindestens eine AOC-klassifizierte Fläche, obwohl 90% der Anbauflächen auf nur fünf davon konzentriert sind. Die Reben werden zwischen 350 und 550 Meter über dem Meeresspiegel auf gemischten Granit- und Porphyr-Böden angebaut; mit Tuff vulkanischen Ursprungs im Süden, während die nördlicheren Teil fast ausschließlich Granitböden sind. Diese Bodenbeschaffenheit zusammen mit dem kontinentalen Klima stellen die idealen Bedingungen für die Produktion von Gamay Saint Romain dar, der traditionellen Rebsorte der Region die im vergleich zu Gamay kleinere und aroma-intensivere Beeren gibt, von der jährlich etwa 9500 Hektoliter Rotwein und etwa 1500 Hektoliter Roséwein produziert werden. Die Rotweine sind reich an fruchtigen Aromen und einige älterer Reben erlauben eine gute Alterung; die Roséweine, trockener und mineralisch am Gaumen, aber ebenso fruchtig, sollen frisch und jung getrunken werden, auch wenn sie mehr als gut einige Jahre in der Flasche halten.

 

 

 

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